Cookies
erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
x

Hingabe

28.04.2016 11:39

Immer wieder habe ich mich gefragt, was Menschen tun sollen, die mit einer unheilbaren Krankheit z. B. an ein Bett gefesselt sind oder die sich in einer ähnlichen scheinbar unabänderlichen schweren Situation befinden. Mich ließ das Schicksal von Menschen nicht los, von denen es so viele gibt, was aber gesunde Menschen oft nicht erfahren, weil sich Kranke, Ältere und arme Menschen oft abgeschottet von der Allgemeinheit in Krankenhäusern, Intensivstationen, Altersheimen oder fernen Ländern befinden. Ich habe mich gefragt, was diese Menschen überhaupt noch tun können, wenn sie rein äußerlich nichts mehr tun können, wenn sie alles ausprobiert haben und nichts geholfen hat (auch kein „positives Denken, Glauben“ usw.).

Ich kam nur zu einer Antwort: Wenn sie nicht mehr in den Widerstand gehen (können?, wollen?) bleibt nur noch die Akzeptanz, im besten Falle die Hingabe übrig. Dies ist die allerletzte Möglichkeit, die am Ende aller Dinge, aller Macht und Ohnmacht, die wir als empfindliches biologisches System oder als selbstbewusste Seele erfahren können, übrig bleibt, wenn alles andere nicht mehr funktioniert.

Den Wert der Hingabe immer mehr schätzend erkannte ich, dass es für Gott und uns Menschen in dieser Eigenschaft ein unglaubliches Mysterium geben muss.

Es muss so groß sein, weil es jeder Macht, die ja immer begrenzt ist, überlegen ist.

Was kann daran so wertvoll sein? Durch diese Art von Akzeptanz lassen wir los, wir lassen unsere Kräfte gehen und überlassen uns einer höheren Kraft, es ist die Kraft, die uns erschaffen hat, die sowieso immer da war, weil sie uns erhalten hat, wenn es uns gut oder schlecht ging, die unser komplettes Lebenssystem aufrechterhielt, ohne dass wir wesentlich (eigentlich gar nicht wirklich) dazu beigetragen hätten, vielleicht haben wir es sogar immer als selbstverständlich gesehen.
Die Identifizierung fängt an, sich zu lockern, dem EINEN wird in unserem Bewusstsein mehr Raum gegeben, dem, der sowieso der EINZIGE ist, der handelt, bekommt (notgedrungen?) von unserem Ich-Gedanken die vorläufige „Billigung“, handeln zu dürfen, unser getrenntes Ich, dass es ja nicht einmal gibt!, zieht sich langsam zurück.

Aber wir müssen nicht erst in einer so schweren Situation sein, um unser Ich, d. h. die Illusion, die sich dafür hält, zurückzuziehen, wir dürfen überall zu jeder Zeit uns wieder anschließen an die Kraft des Universums und das kleine Ich hergeben, um ein viel Größeres zu sein.
Es geht hier ja nicht um eine masochistische Servilität, sondern es geht darum, unsere eigene Größe, unsere Gottheit zu erkennen, wirklicher Kraft und Stärke und unendlicher Weisheit und Liebe Raum zu geben. Und alles, was wir tun müssen, ist aufhören, es selbst tun zu wollen, etwas erreichen zu wollen, wir müssen nur aufhören. Durch Aufhören entsteht Hinhören, Leichtigkeit. Es ist mit keinerlei Anstrengung verbunden, es ist ein heiliges:

Dein Wille geschehe!