Wer ist Rupert Spira

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„Es ist immer still in den Tiefen des Ozeans, ungeachtet der Stürme, die auf seiner Oberfläche wüten.“ - Rupert Spira

Rupert Spira, Jahrgang 1960, zählt weltweit zu den profiliertesten und erfahrensten Lehrern der non-dualen Philosophie. Seine bislang publizierten Bücher, darunter sein monumentales Werk „The Nature of Consciousness - Essays on the Unity of Mind and Matter“, das am 1. Juli in deutscher Übersetzung im Daniel-Peter-Verlag – Verlag für ein neues Bewusstsein unter dem Titel „Das Sein des Seins – Essays über die Einheit von Geist und Materie“ erscheinen wird, gelten jetzt schon als Klassiker der non-dualen Literatur des 21. Jahrhunderts.

Bereits im Alter von sechs Jahren vermutete Rupert Spira, dass „die Welt nur Gottes Traum“ sei. Intuitiv spürte er diesem Gedanken nach und beschäftige sich schon als Jugendlicher mit der Frage „Wer oder was bin ich?“.

Im Alter von fünfzehn Jahren tauchte Rupert Spira dann in die Poesie von Dschelal ed-Din Rumi (1207 bis 1273) ein, der zu den bedeutendsten persischsprachigen Dichtern des Mittelalters gehört und als Mitbegründer der islamischen Mystik gilt. Bereits kurze Zeit später lernte er das Drehen der Mevlevi im Colet House in London kennen, eine besondere Form des Gebets und der Bewegung, die von den Nachfolgern des persischen Mystikers Jalaluddin Rumi aus dem 13. Jahrhundert entwickelt wurde.

Die Begegnung mit seinem ersten Lehrer, Dr. Dr. Francis Roles, ließ nicht lange auf sich warten. „Die Grundlage meiner spirituellen Suche und Praxis ist seit jeher die vedantische Tradition, die ich zuerst unter der Anleitung von Dr. Francis Roles im Colet House in London studierte, das mir in den ersten zwanzig Jahren meines Erwachsenenlebens wie ein zweites Zuhause war. Dr. Roles, den ich als meinen ersten Lehrer ansehe, hatte die traditionelle Advaita-Lehre von Shantananda Saraswati, den damaligen Shankaracharya im Norden Indiens, erhalten“, schreibt Rupert Spira in seinem Werk „Das Sein des Seins – Essays über die Einheit von Geist und Materie“.

In dieser Zeit las er alle Werke des russischen Philosophen P. D. Ouspensky, ein bedeutender Schüler von Georges I. Gurdjieff und als solcher einer der Hauptvertreter des sogenannten Vierten Weges. In weiterer Konsequenz erlernte Spira auch die sakralen Bewegungen Gurdjieffs.

In den späten siebziger Jahren besuchte er Krishnamurtis letzte Treffen im Brockwood Park in der Nähe seines Elternhauses. „Bei einer solchen Gelegenheit stand ich neben ihm beim Mittagessen in der Schlange, und bis heute hat die Qualität unseres Treffens einen tieferen Eindruck bei mir hinterlassen als alles, was ich je von ihm gehört oder gelesen habe. Seine wilde und gleichzeitig zärtliche Leidenschaft war mir zu Beginn meiner Forschung sowohl Anstoß als auch Ansporn“, schreibt Rupert Spira.

Während dieser Jahre beschäftigte er sich intensiv mit den Lehren von Ramana Maharshi und Sri Nisargadatta Maharaj und setzte sich Ende der achtziger Jahre auch mit den Lehren des Da Free John auseinander, dessen frühe Schriften einen nachhaltigen Eindruck bei ihm hinterließen.
In den späten siebziger und frühen achtziger Jahren erhielt Rupert Spira seine Ausbildung zum Keramikkünstler bei Henry Hammond und Michael Cardew, die zu den Gründern der britischen Studio Pottery-Bewegung gehören. Im Jahre 1983 eröffnete Rupert Spira sein erstes Atelier; seine keramischen Arbeiten sind in privaten und öffentlichen Sammlungen auf der ganzen Welt zu finden.

Das Jahr 1997 sollte zu einem weiteren Wendepunkt in seinem Leben werden: Er traf den US-amerikanischen Advaita-Lehrer Robert Adams, der ihm von Francis Lucille erzählte. Zwei Tage nach seiner Begegnung mit Robert Adams verstarb dieser unerwartet. Nachdem einige Monate verstrichen waren, lernte Rupert Spira endlich Francis Lucille kennen. „Meditation ist ein universelles ‚Ja' zu allem“, war der erste Satz, mit dem Lucille ihn beglückte.
„In diesem Augenblick merkte ich, dass ich nach Hause gekommen war, dass diese Begegnung die Blüte und Vollendung der letzten dreißig Jahre des Suchens war“, so Rupert Spira. „Obwohl mich in dieser Zeit auch täglich die Lehren Ramana Maharshis begleiteten, wurde mir das non-duale Verständnis erst durch die Bekanntschaft mit meinem Lehrer, Francis Lucille, zur gelebten Erfahrung“, führt er weiter aus.

In den nächsten zwölf Jahren verbrachte Rupert Spira so viel Zeit wie möglich mit Francis Lucille, der ihm bereits beim ersten Zusammentreffen gesagt hatte: „Kommen Sie so oft, wie Sie können.“ Unter seiner Anleitung erforschte er das geistige Gefühl der Trennung, deren Auswirkung auf die Entstehung unserer Überzeugungen und auf die Erfahrung des körperlichen Seins als Begrenzung. Zudem erhielt Rupert Spira eine Einweisung in die Direct-Path-Lehren von Atmananda Krishnamenon und in den tantrischen Ansatz von Kahmir Shavism, die Francis Lucille wiederum von seinem Lehrer Jean Klein vermittelt bekommen hatte.
Über die Essenz dieser Jahre schreibt Rupert: „Die größte Entdeckung im Leben ist die Erkenntnis, dass die Grenzen und das Schicksal von Körper und Geist nicht unserer essenziellen Natur entsprechen. Ich weiß nichts über die Worte, Handlungen, die Präsenz des Lehrers oder Lehrens, wenn es darum geht, unsere essenzielle Natur zu erwecken, noch wie es wirklich ist, diese Erkenntnis danach in unserem Leben umzusetzen, aber ich werde Francis ewig dankbar für unsere Freundschaft sein.“

Seit Beginn des 21. Jahrhundert hat Rupert Spira unzählige Essays und Standardwerke der non-dualen Literatur geschaffen. Auf YouTube existieren über 500 Gespräche und Interviews von ihm, ein Teil davon in deutscher Übersetzung, die insgesamt über eine halbe Millionen Mal aufgerufen wurden. Aktuelle bereitet der Daniel-Peter-Verlag – Verlag für ein neues Bewusstsein die Übersetzung eines weiteren Buches von ihm vor - Being Aware of Being Aware - The Essence of Meditation Series - , das in absehbarer Zeit erscheinen wird.

Hier ein Überblick über seine wesentlichen Buch- und CD-Publikationen:

  • Transparency of Things: Contemplating the Nature of Experience, 2008, Non-Duality Press, Salisbury, 2011 in der deutschen Übersetzung erschienen unter dem Titel „Bewusstsein ist alles“ der VAK Verlags GmbH, Freiburg
  • Presence: The Art of Peace and Happiness - Volume 1, 2011 (zweite Auflage 2016), Sahaja Publications
  • Presence: The Intimacy of All Experience - Volume 2, 2011 (zweite Auflage 2016), Sahaja Publications
  • The Light of Pure Knowing - Thirty meditations on the Essence of Non-Duality, Sahaja Publications, sechs mp3-CDs mit 18 Stunden Laufzeit, Transkriptionen seiner gesprochenen Meditationen
  • The Ashes of Love, 2014 (zweite Auflage 2016), Zitate von Rupert Spira aus Gesprächen mit Freunden über einen Zeitraum von drei Jahren
  • Transparent Body, Luminous World - The Tantric Yoga of Sensation and Perception, Sahaja Publications, 2016, sechs mp3-Cds, 30 Stunden Laufzeit, Transkriptionen seiner gesprochenen Meditationen
  • Being Aware of Being Aware - The Essence of Meditation Series, Sahaja Publications, 2017; Vorbereitung der deutschen Übersetzung durch den Daniel-Peter-Verlag – Verlag für ein neues Bewusstsein
  • The Nature of Consciousness - Essays on the Unity of Mind and Matter, Sahaja Publications, 2017; Veröffentlichung der deutschen Übersetzung unter dem Titel „Das Sein des Seins – Essays über die Einheit von Geist und Materie“ (Übersetzung Dr. Tanja Lampa) am 1. Juli 2018 im Daniel-Peter-Verlag – Verlag für ein neues Bewusstsein

Rupert Spira lebt mit seiner Frau Ellen, einer Therapeutin und Yogalehrerin in der nicht-dualen Tradition des Kaschmir-Shaivismus, und seinem Sohn Matthew in Oxford, Großbritannien. Er hält weltweit Seminare und Retreats ab.